Die schönsten Bräuche für Ihre Hochzeit 

Die schönsten Hochzeitsbräuche - Bild der Braut

Die schönsten Bräuche


Wir haben für Sie als Anregung für Ihre eigene Hochzeitsfeier eine Auswahl zusammengestellt. 


Blumen als Zeichen der Liebe 
Am Ende des 19. Jahrhunderts wurde es nach arabischem Brauch Mode, Blumen in Rottönen auszuwählen. Zunächst zartrosafarbene und dann am Vorabend der Hochzeit purpurrote Blüten als Sinnbild leidenschaftlicher Liebe.

Allerdings fand diese neue Mode nicht überall Zustimmung: In den massgeblichen Anstandsbüchern dieser Zeit galt sie als unschicklich. 

Buchsbaum als Symbol ewiger Liebe 

Der immergrüne Buchsbaum symbolisiert Ausdauer und Beständigkeit. Wenn er im Garten gut gedeiht, verheisst dies Glück. Wer einen Buchsbaumzweig vom Grab der grossen Liebenden Héloise und Abaelard auf dem Friedhof Père-Lachaise in Paris pflückt, der wird - so sagt man - noch innerhalb des folgenden Jahres heiraten. 

Göttliches Grün 
In Japan gilt die Chrysantheme als dornenlose Rose. Sie verspricht dem Hochzeitspaar Reichtum und Glück. In Europa versinnbildlicht die immergrüne Myrte mit ihren weissen Blüten und den würzigsüssen Beeren schon seit der Antike Fruchtbarkeit und Lebenskraft. Sie war den Göttinnen Demeter und Aphrodite geweiht, und mit ihr sollten sich die Kräfte dieser beiden Göttinnen auf die Braut übertragen. 

Der Ringfinger 
Bereits in der antiken Blutlehre findet sich der Hinweis, dass am vierten Finger der Hand die «vena amoris» verläuft - die Liebesader, welche direkt zum Herzen führt. Wo sonst sollte der Ehering besser aufgehoben sein. Aus diesem Grund trugen bereits die Römer und Griechen die Eheringe am vierten Finger, dem Ringfinger, der linken Hand. Nur von den Galliern ist bekannt, das sie den Ring am Mittelfinger trugen. Heutzutage ist es üblich, dass anlässlich der Hochzeit der Verlobungsring vom Ringfinger der rechten zum Ringfinger der linken Hand wechselt.

Eheringe als Zeichen der Beständigkeit 
Der geschlossene Kreis - ohne Anfang und Ende - ist Sinnbild für Dauer und Beständigkeit der Ehe. 

Der Hochzeitstermin 
Der Hochzeitstermin war früher von tiefer Bedeutung. Eine Hochzeit wurde keinesfalls in den Fastenzeiten vor den grossen christlichen Festen gefeiert. Dafür in den Monaten und Wochen, in denen die Bauern Zeit hatten: von Dreikönig bis Aschermittwoch, vom Weissen Sonntag bis zur Ernte sowie nach der Ernte ab Kathrein (25.11.) bis zum Advent.
Segen brachte es nach Meinung unserer Vorfahren, wenn die Trauung bei zunehmendem Tageslicht, also am Vormittag vollzogen wurde. 

Heiraten bei zunehmendem Mond 
Geheiratet werden sollte vorzugsweise bei zunehmendem Mond. Der Brauch besagt, dass dann Glück in der Ehe herrscht und es auf jeden Fall Nachwuchs geben wird. 

Die kirchliche Hochzeit vor dem Volke 
Die christliche Hochzeit fand im 14. Jahrhundert vor der Kirchentür in aller Öffentlichkeit statt. Noch in Luthers Traubüchlein wird dieser Brauch erwähnt. In manchen Städten wurden die Bürger zu Hause verheiratet; Paare ohne Bürgerrecht jedoch unter dem Brauttor. Allen Paaren gemein war, dass sie anschliessend in die Kirche zur Messe gingen. 

Das Fest der Feste 
In dünn besiedelten bäuerlichen Gegenden war ein mehrtägiges Hochzeitsfest üblich. Damit sich die oft mühselige Anreise lohnte, wurde jeweils ein grosses Familienfest gefeiert. In dieses drei bis vier Tage dauernde Fest war die Hochzeit eingebettet. Die Gäste brachten Mehl und Zucker, Schinken und Schnaps mit. Oft auch das Bettzeug. Sie wurden auf dem Dachboden, bei der Nachbarschaft oder - wenn es eins gab - im Gasthaus untergebracht.
Der erste Tag begann meist mit einer Andacht in der Kirche, einem Mittagessen im Wirtshaus und einem Zug zum Brauthaus, für den gerne die alten Kutschen wieder angespannt wurden. Nach Polterabend und Hochzeitstag mit Morgensuppe, Trauung, Hochzeitsessen und Tanz bis in die Morgenfrühe folgte ein ruhiger Tag zur Erholung vom vielen Feiern. Die Gäste hatten nun Gelegenheit, sich gemütlich zu unterhalten. Am folgenden Morgen schliesslich traten die Verwandten - mit den wohlverpackten Kuchen- und Tortenresten im Gepäck - wieder die Heimreise an. 

Römische Opulenzen 
Schon im alten Rom war ein opulentes, mehrstündiges Hochzeitsmahl aus vielen traditionellen Gerichten wichtiger Bestandteil eines Hochzeitsfestes. Dabei nahm die Verschwendungssucht solche Ausmasse an, dass Kaiser Augustus die Höhe der Ausgaben durch ein Gesetz auf maximal 100'000 Sesterzen beschränkte. 

Sterne trinken 
Champagner ist der Inbegriff lebensfroher Feste. Seine Entstehung ist dem Einfallsreichtum des Dom Pierre Perignon zu verdanken. Als der Kellermeister in der Benediktinerabtei von Hautvillers um 1700 den perlenden Wein zum allerersten Mal kostete, frohlockte er: "Ich trinke Sterne!" Was passt also besser zu einer glizernden Hochzeitsfeier als der perlend-prickelnde König der Weine! 

Der Polterabend - jetzt kracht's! 
Der Junggesellenabschied stellt für den zukünftigen Ehemann einen echten Härtetest dar. All seine Freunde versammeln sich, um ihn gebührend auf seine künftige Rolle als Familienvater vorzubereiten. Häufig fliesst dabei Alkohol in Strömen.
Um böse Geister zu vertreiben und dem jungen Brautpaar einen möglichst «scherbenfreien Lebensweg» zu bereiten, wird bei einem Polterabend viel altes Geschirr zerschlagen. Dies ist allein Aufgabe der Gäste. Das Paar hat anschliessend die Aufgabe, gemeinsam die Strasse zu fegen, um seine Zukunft von den Scherbenhaufen des Lebens zu befreien. Übrigens: Beim Poltern darf kein Glas zu Bruch gehen - dies würde Unglück bringen. 

Der Schenktag für die Braut 

Selbst wenn die Braut eine reichliche Mitgift einbrachte, war sie persönlich unvermögend. Deshalb spielte das Schenken eine so wichtige Rolle: Was der Frau selbst geschenkt wird, ist und bleibt ihr eigener Besitz. 

Die zypriotische Tradition 
Auf Zypern steht das Brautpaar auf einem Podest, an dem alle Gäste vorbeidefilieren und Gaben sowie Briefumschläge mit Geldscheinen ringsherum auf den Boden legen. 

Vier Gegenstände bei sich tragen 
Nach einem alten englischen Brauch trägt die Braut vier Gegenstände bei sich: Etwas Altes, wie etwa ein Schmuckstück von der Grossmutter, symbolisiert den zurückliegenden Lebensabschnitt als ledige Frau. Etwas Neues, zum Beispiel ein Taschentuch, steht für den neuen Abschnitt als verheiratete Frau. Etwas Blaues, meist ein Strumpfband, ist ein Sinnbild für Treue. Etwas Geliehenes letztlich gilt als Zeichen der Freundschaft. 

Die verschleierte Braut 
Einer traditionellen Hochzeitszeremonie entsprechend ging die Braut verschleiert zum Altar und verliess die Kirche mit zurückgeschlagenem Schleier. Brautkrone, Brautkranz und Brautschleier durften jedoch nur die unbescholtenen Bräute tragen. Verheiratete sich eine Witwe neu oder war die Braut schwanger, trug sie zu ihrer Hochzeit einen aus Stroh geflochtenen Brautkranz. Niemals aber einen Schleier. 

Schmuck für die Herren 
Der Bräutigam und alle anderen männlichen Gäste schmücken ihr Revers mit einem Blumenanstecker. Es ist üblich, dass diese Blumencorsage eine Blüte aus dem Brautstrauss wiederholt. Der Brauch geht auf mittelalterliche Zeiten zurück, als der Ritter die Farben der Dame seines Herzens trug. 

Die segensreiche Süsse 
Alle Hochzeitsgäste erhalten ein Stück Hochzeitstorte. Denn, erst wenn sie in Gemeinschaft verzehrt wird, so sagt man in vielen Regionen, entfaltet sich ihre rituelle, segens- und glücksbringende Kraft. 

Die stachlige Erinnerung 
In der französischen Region Vendée wird der Hochzeitskuchen mit Ginster und Dornzweigen besteckt, welche die Gäste dann mit nach Hause nehmen. Die Dornzweige sollen wie alle Passionssymbole daran erinnern, dass es kein Leben und keine Ehe ohne Schmerzen gibt. 

Brautjungfern und Blumenkinder 

Auf dem Weg der Braut zum Altar erfüllen die Brautjungfern eine wichtige Rolle. Als unverheiratete Familienmitglieder oder Freundinnen, tragen sie ein der Braut ähnliches Outfit und sollen damit die bösen Geister von der Braut ablenken. Die Blüten, welche die Kinder nach amerikanischem Brauch beim Auszug der Brautleute aus der Kirche vor ihnen verstreuen, versprechen Glück, Fruchtbarkeit und reichen Kindersegen. 

Der Reisregen 
Einem Brauch folgend, regnet es nach der Trauung Reis auf das Brautpaar. Der Reis soll der Braut Fruchtbarkeit und Kindersegen bescheren. 

Die Brautentführung 
In einigen Gegenden ist es üblich, dass enge Freunde oder auch Brüder des Bräutigams die Braut in einem unbeobachteten Moment «entführen» und mit ihr von einer Gaststätte zur anderen ziehen. Der Bräutigam muss nun versuchen, seine Frau wiederzufinden. Dabei obliegt es ihm, die offenen Rechnungen in den Gaststätten zu begleichen. 

Den Brautstrauss zuwerfen 
Um herauszufinden, wer als nächstes heiraten wird, wirft die Braut in einigen Ländern ihren Brautstrauss mit geschlossenen Augen hinter sich in Richtung der im Halbkreis aufgestellten weiblichen Hochzeitsgäste. Wer den Strauss fängt, darf sich Hoffnungen machen. 

Mit verbundenen Augen Glück bereiten 
Einem anderen Brauch zufolge verbindet sich die Braut um Mitternacht mit ihrem Schleier die Augen und versucht, eine noch unverheiratete Frau einzufangen. Die Eingefangene darf hoffen, als nächste vor den Traualtar treten zu dürfen. 

Mit dem Strumpfband zum Glück 
In England schiebt der Bräutigam vor den Augen aller Gäste den Rocksaum seiner Braut in die Höhe, streift das Strumpfband ab und wirft es in die Menge. Derjenige Junggeselle, der es auffängt, wird der nächste Bräutigam sein. 

Die Braut über die Schwelle tragen 

Nach altem Aberglauben lauern unter der Türschwelle böse Geister, die der jungen Braut das Hochzeitsglück missgönnen. Damit sie beim Betreten des neuen Heims nicht mit den dunklen Mächten in Berührung kommt, trägt sie der Bräutigam beschützend über die Schwelle. 

Das Geschenk am Morgen danach
 
Am Morgen nach der Trauung beschenkt der Bräutigam seine Liebste mit der Morgengabe. Früher diente das Geschenk der finanziellen Absicherung der Frau - heute werden meist Schmuckstücke von bleibendem Wert als Zeichen der Zuneigung und Treue vergeben. 

Der Besuch bei den Brauteltern 
Acht Tage nach der Hochzeit wurden früher die frisch gebackenen Eheleute bei den Eltern der Braut zum Essen eingeladen und bedankten sich für alle Liebe und alles Gute, das die junge Frau in ihrem Leben von ihnen empfangen hatte. 

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